Parque Natural Sierra de Grazalema
Grazalema, Cádiz
Der Naturpark Sierra de Grazalema, 1977 zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt, ist eines der markantesten und schönsten Schutzgebiete Andalusiens. In der Provinz Cádiz gelegen, an der Grenze zu Málaga, ist der Park als der niederschlagsreichste Ort Spaniens bekannt, mit über 2.000 Millimetern Jahresniederschlag. Diese reichlichen Niederschläge schaffen eine üppige Landschaft, die fast subtropisch wirkt – mit dichten Eichenwäldern, tiefgrünen Tälern und ganzjährig fließenden Flüssen – ein auffälliger Kontrast zu den trockenen Hügeln, die für weite Teile Südspaniens typisch sind. Das Herzstück des Parks ist der außergewöhnliche Pinsapo-Wald, ein Relikt-Ökosystem aus dem Tertiär mit der Spanischen Tanne (Abies pinsapo), einem Nadelbaum, der die letzte Eiszeit nur in diesen Bergen überlebt hat.
Die Wanderrouten in Grazalema sind vielfältig und gut markiert. Die bekannteste ist der Aufstieg zum El Pinsapar (PR-A 15), ein anspruchsvoller 7-Kilometer-Weg vom Dorf Grazalema, der ins Herz des Pinsapo-Waldes führt und durch Haine dieser uralten Tannen mit ihren charakteristischen kurzen, steifen Nadeln verläuft. Der Gipfel bietet Panoramablicke über den Park und bis zur Straße von Gibraltar. Für ein kürzeres Erlebnis ist der Sendero del Pinsapar (PR-A 5) ab El Bosque ein 3 Kilometer langer einfacher Spaziergang durch ein Tal mit Picknickplätzen und Informationstafeln. Die anspruchsvollste Route ist der Aufstieg zum El Torreón (1.654 m), dem höchsten Gipfel der Provinz Cádiz, eine ganztägige Wanderung von etwa 16–18 Kilometern hin und zurück mit atemberaubenden Ausblicken über den Park und die Atlantikküste.
Die reiche Vogelwelt des Parks ist ein Hauptanziehungspunkt für Naturliebhaber. Die Kalksteinklippen um die Garganta Verde (Grüne Schlucht) beherbergen eine der größten Gänsegeierkolonien Andalusiens mit über 200 Brutpaaren an den senkrechten Felswänden. Habichtsadler, Wanderfalken, Uhus und Alpensegler sind ebenfalls regelmäßig zu sehen. Die besten Reisezeiten sind der Frühling (März–Juni) für Wildblumen und Vogelaktivität und der Herbst (September–November) mit stabilem Wetter und goldenen Eichenwäldern. Der Park ist auch das Tor zu den berühmten Pueblos Blancos – weiß getünchten Dörfern wie Grazalema, Zahara de la Sierra und El Bosque – die an den Hängen kleben und hervorragende lokale Gastronomie, handwerklichen Käse und traditionelles Kunsthandwerk bieten.
Höhepunkte
- UNESCO-Biosphärenreservat und Spaniens niederschlagsreichstes Gebiet, das üppige grüne Landschaften schafft, die in Andalusien selten sind
- Heimat des seltenen Pinsapo-Tannenwaldes – einer prähistorischen Reliktbaumart, die nur in Südspanien und Nordmarokko vorkommt
- Dramatische Kalkstein-Karstlandschaft mit tiefen Schluchten, Höhlen und der ikonischen Sima del Diablo-Doline
- Malerische weiß getünchte Dörfer (Pueblos Blancos) darunter Grazalema, Zahara de la Sierra und El Bosque
- Netzwerk gut markierter Wege von einfachen Flussspaziergängen bis zu anspruchsvollen Bergaufstiegen
- Außergewöhnliche Vogelbeobachtung mit Gänsegeiern, Habichtsadlern und Wanderfalken, die an den Kalksteinklippen nisten
Besonderheiten
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