Wann solltest du reisen? Es kommt darauf an, was du machen möchtest
Marokko, Spanien und Portugal liegen in zwei großen Klimazonen – dem Mittelmeerraum und dem Atlantik –, und der Hohe Atlas in Marokko schafft sein eigenes alpines Mikroklima. Die „beste" Reisezeit hängt ganz davon ab, was du vorhast. Der ideale Zeitraum für Wanderungen im Atlasgebirge unterscheidet sich vom optimalen Fenster zum Surfen in Portugal, und das wiederum ist anders als beim Camping in Andalusien.
Dieser Ratgeber unterteilt die besten Jahreszeiten für jede große Outdoor-Aktivität in allen drei Ländern, sodass du deine Reise genau auf das ausrichten kannst, was du erleben möchtest.
Was sind die besten Monate für jede Aktivität? (Auf einen Blick)
| Aktivität | Marokko | Spanien | Portugal |
|---|---|---|---|
| Wandern | Mär–Mai, Sep–Nov | Mär–Jun, Sep–Nov | Mär–Jun, Sep–Okt |
| Camping | Mär–Mai, Okt–Nov | Apr–Jun, Sep–Okt | Apr–Jun, Sep–Okt |
| Surfen | Okt–Apr | Okt–Apr | Okt–Mrz |
| Aussichtspunkte | Mär–Mai, Sep–Okt | Mär–Jun, Sep–Okt | Mär–Jun, Sep–Okt |
Marokko: Der Hohe Atlas prägt alles
Das Klima Marokkos wird von den Atlasgebirgen bestimmt, die das Land diagonal von der Atlantikküste bis zur algerischen Grenze durchziehen. Die Berge schaffen starke Kontraste: Die Atlantikküste ist ganzjährig mild, das Landesinnere glühend heiß im Sommer und kalt im Winter, und die Sahara ist zu jeder Jahreszeit extrem.
Wandern in Marokko
Beste Zeit: März bis Mai und September bis November
Die ideale Wandersaison in Marokko ist Frühling und Herbst. Im Frühling (März bis Mai) sind die Täler des Hohen Atlas grün und mit Wildblumen bedeckt. Auf den höchsten Gipfeln (Jbel Toubkal mit 4.167 m hält sich der Schnee bis in den Juni) liegt noch Schnee, aber die tieferen Wege oberhalb von Imlil sind ab April schneefrei. Die Tagestemperaturen auf 2.000–3.000 m liegen zwischen 15 und 22 °C – perfekt zum Trekking.
Der Herbst (September bis November) bietet ähnliche Bedingungen. Die Sommerhitze ist vorbei, der Himmel ist klar, und das Gebirgslicht ist spektakulär. Der November ist der beste Monat für Fotografie – der flache Sonnenstand wirft lange Schatten, die die Konturen der Berge betonen.
Besser meiden: Juni bis August. Die tieferen Täler und die Region Marrakesch sind extrem heiß (über 40 °C). Trekking in großer Höhe ist möglich, wenn du vor Sonnenaufgang aufbrichst, aber es ist eher eine Qual als ein Vergnügen.
Beste Routen für jede Jahreszeit:
- Frühling: Toubkal-Nationalpark – Wildblumen, Wasserfälle, schneebedeckte Gipfel
- Herbst: Ammeln-Tal – perfektes Licht, lokale Erntezeit
- Winter (niedrige Höhen): Paradise Valley – mild genug für Dezember-Wanderungen
Camping in Marokko
Beste Zeit: März bis Mai und Oktober
Camping in Marokko folgt eng den Wandersaisons. Frühling und Herbst bieten angenehme Übernachtungstemperaturen (je nach Höhenlage 10–18 °C). Die Campingplätze in Ait Oudinar und andere Standorte im Hohen Atlas sind im April und Mai am besten.
Der Oktober ist der heimliche Geheimtipp zum Campen – die sommerlichen Menschenmassen sind weg, die Tage sind warm, die Nächte sind kühl, und die Sterne sind außergewöhnlich.
Besser meiden: Juli und August (zu heiß) und Dezember bis Februar (zu kalt für angenehmes Camping, besonders in der Höhe).
Surfen in Marokko
Beste Zeit: Oktober bis April
Marokkos Atlantikküste erwacht im Winter zum Leben. Der Küstenabschnitt um Taghazout – vom Anchor Point bis zu den nördlichen Punkten – bekommt von Oktober bis April beständigen Wellengang. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 17 °C im Winter und 21 °C im Herbst, sodass ein 3/2-Neoprenanzug ausreicht.
Die besten Monate für erfahrene Surfer sind Dezember bis Februar, wenn der atlantische Wellengang am stärksten ist. Anfänger sollten Oktober oder März–April anpeilen, wenn die Wellen kleiner und leichter zu handhaben sind.
Die Atlantikküsten Marokkos, Spaniens und Portugals bieten unterschiedliche Surfbedingungen mit einer Hauptsaison von Oktober bis April. Marokkos Taghazout-Region hat Wassertemperaturen von 17 °C im Winter bis 21 °C im Herbst, sodass ein handelsüblicher 3/2-Millimeter-Neoprenanzug für den größten Teil des Jahres ausreicht. Erfahrene Surfer, die auf den stärksten Wellengang von Dezember bis Februar abzielen, bevorzugen vielleicht einen 4/3 für frühmorgendliche Sessions. Portugiesische Gewässer sind mit 14 °C bis 18 °C deutlich kälter und erfordern einen 4/3-Neoprenanzug im Winter, mit beständigem Wellengang von Oktober bis März – ein kürzeres Fenster als die marokkanische Saison. Anfänger sollten Marokko wegen des wärmeren Wassers und der verzeihenden Strandbrecher wie Hash Point anpeilen, während sich Portugals Ericeira World Surfing Reserve und Peniches Supertubos an fortgeschrittene Surfer richten. Spaniens Atlantikküste, insbesondere das Baskenland, folgt dem Oktober-bis-April-Muster mit ähnlichen Bedingungen wie Portugal, und Breaks wie Mundaka bieten erstklassiges Linkshand-Point-Surfing. Oktober und März–April sind die Übergangsmonate, in denen alle drei Reiseziele handhabbare Wellen bei wärmeren Lufttemperaturen bieten – ideal für fortgeschrittene Surfer, die ihre erste Reise planen.
Beste Spots nach Saison:
- Winter (erfahren): Anchor Point – beständiger, kräftiger Rechtshand-Point-Break
- Herbst/Frühling (Anfänger): Surf Camp Marokko – kleinere Wellen, sandiger Meeresboden, Unterricht möglich
Spanien: Vier unterschiedliche Klimazonen in einem Land
Spaniens Klima variiert stark von Region zu Region. Der grüne Norden (Galicien, Asturien, Baskenland) ist atlantisch geprägt und regenreich. Die Mittelmeerküste (Katalonien, Valencia, Murcia) ist heiß und trocken. Das Landesinnere (Madrid, Kastilien-La Mancha) ist kontinental mit extremen Temperaturen. Andalusien ist semiarid mit sehr heißen Sommern.
Wandern in Spanien
Beste Zeit: März bis Juni und September bis November
Der Frühling in Spanien ist ein Wanderparadies. Die Wildblumen in den Picos de Europa und der Sierra Nevada sind im Mai und Juni auf ihrem Höhepunkt. Das Wetter ist warm, aber nicht heiß, und die Wege sind weniger überlaufen als im Sommer.
Der Herbst ist ähnlich gut. September und Oktober bringen goldenes Licht, Erntezeit in den Dörfern und angenehme Temperaturen. Der Wanderführer Andalusien deckt die besten Routen in Südspanien ab.
Regionale Aufteilung:
| Region | Beste Saison | Grund |
|---|---|---|
| Picos de Europa (Norden) | Jun–Sep | Schnee schmilzt bis Juni, bestes Wetter Juli–August |
| Sierra Nevada (Süden) | Mai–Jun, Sep–Okt | Zu heiß im Juli–August, verschneit im Winter |
| Pyrenäen | Jun–Sep | Große Höhe, späte Schneeschmelze |
| Andalusien (niedrige Höhen) | Mär–Mai, Okt–Nov | Sommerhitze ganz vermeiden |
Camping in Spanien
Beste Zeit: April bis Juni und September bis Oktober
Spanien verfügt über eine hervorragende Camping-Infrastruktur, von Strandcamps in der Algarve-ähnlichen Costa del Sol bis zu Bergplätzen in den Pyrenäen. Frühling und Herbst bieten die beste Balance aus warmen Tagen und kühlen Nächten.
Camping im Sommer ist im Norden (Galicien, Asturien, Pyrenäen) möglich, aber im Landesinneren und im Süden unangenehm. Die Campingplätze in Spanien reichen von einfachen Berghütten bis zu voll ausgestatteten Küstenresorts.
Surfen in Spanien
Beste Zeit: Oktober bis April
Die besten Surfgebiete Spaniens liegen an der Atlantikküste – im Baskenland, in Kantabrien und Galicien. Auch das Mittelmeer hat Surfspots, aber die Wellen sind kleiner und weniger beständig. Von Oktober bis April kommt der stärkste atlantische Wellengang. Zu den besten Surfstädten Spaniens gehören Mundaka, Zarautz und San Sebastián.
Beste Spots nach Saison:
- Winter: Mundaka Barra Surf – erstklassiger Linkshand-Point-Break, am besten Oktober–März
- Frühling: Zarautz – langer, beständiger Strandbreak, gut für Fortgeschrittene
Portugal: Die Atlantikküste bestimmt alles
Portugals Klima ist atlantisch-mediterran. Die Küste ist ganzjährig mild mit Regen im Winter, während das Landesinnere (Alentejo und Algarve) heißer und trockener ist. Der Norden ist deutlich regenreicher als der Süden.
Wandern in Portugal
Beste Zeit: März bis Juni und September bis Oktober
Portugals Wanderwege sind im Frühling und Herbst am schönsten. Der 7 Täler Wanderweg in der Algarve ist im April und Mai spektakulär, wenn die Wildblumen blühen und die Temperaturen bei 20–25 °C liegen.
Der Herbst (September–Oktober) ist die beste Zeit zum Wandern im portugiesischen Landesinneren – der Rota Vicentina, dem Alentejo und der Serra da Estrela. Das Licht ist golden, die Temperaturen angenehm und die Menschenmassen sind verschwunden.
Besser meiden: Juli und August. Küstenwege sind ausgesetzt und heiß, Wege im Landesinneren glühend heiß, und die Algarve ist überlaufen von Touristen.
Camping in Portugal
Beste Zeit: April bis Juni und September bis Oktober
Portugals Campingplätze gehören zu den besten in Europa, besonders in der Algarve und entlang der Costa Vicentina. Frühling und Herbst bieten perfekte Campingbedingungen. Zu den besten Campingplätzen Portugals gehören Küstenplätze mit direktem Strandzugang und Standorte im Landesinneren in den Korkeichenwäldern des Alentejo.
Surfen in Portugal
Beste Zeit: Oktober bis März
Portugal ist eines der besten Surfziele Europas. Der atlantische Wellengang trifft auf die gesamte Küste, mit den beständigsten Wellen von Oktober bis März. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 14 °C im Winter und 18 °C im Herbst (ein 4/3-Neoprenanzug wird für den Winter empfohlen).
Beste Spots nach Saison:
- Winter (fortgeschritten): Ericeira – World Surfing Reserve, kräftige Wellen
- Winter (alle Niveaus): Peniche – Supertubos ist weltklasse, aber die Gegend hat Wellen für jedes Niveau
- Herbst/Frühling (Anfänger): Surfspots Algarve – kleinere, handhabbarere Wellen, wärmeres Wasser
Wie sieht das Jahr Monat für Monat aus?
Januar
- Marokko: Kalt in den Bergen, guter Surfgang an der Atlantikküste. Nicht ideal zum Wandern oder Campen.
- Spanien: Skisaison in den Pyrenäen und der Sierra Nevada. Küstenwanderungen im Süden möglich.
- Portugal: Hauptsaison zum Surfen. Wandern in der Algarve ist mild (15 °C tagsüber).
Februar
- Wie Januar. Der beste Monat für erfahrene Surfer. Die Tage werden länger.
März
- Marokko: Der Frühling beginnt. Wildblumen erscheinen im Hohen Atlas. Ausgezeichnete Wanderbedingungen.
- Spanien: Die Wandersaison beginnt in Andalusien. Die Mirador de San Nicolás Aussichtspunkte in der Sierra Nevada sind klar.
- Portugal: Letzter Monat der Hauptsurfsaison. Die Wanderbedingungen verbessern sich rapide.
April
- Bester Monat zum Wandern in allen drei Ländern. Die Wege sind grün, die Temperaturen ideal, die Menschenmassen dünn.
- Marokko: Perfekt für Touren im Hohen Atlas und Camping in Ait Oudinar.
- Spanien: Wildblumen in den Picos de Europa. Wandern in Andalusien ist auf seinem Höhepunkt.
- Portugal: Die Rota Vicentina ist spektakulär. Der 7 Täler Wanderweg ist auf seinem Höhepunkt.
Mai
- Noch ausgezeichnet zum Wandern in allen drei Ländern. Wärmer als April, aber noch nicht heiß.
- Marokko: Der Hohe Atlas ist am schönsten. Letzte Chance vor der Sommerhitze.
- Spanien: Perfekte Bedingungen für die Andalusien-Wanderwege.
- Portugal: Alles ist grün. Die Algarveküste ist atemberaubend.
Juni
- Spanien und Portugal: Bester Monat zum Wandern, bevor die Sommerhitze einsetzt. Lange Tage.
- Marokko: Es wird heiß. Nur Wanderungen in großer Höhe sind angenehm.
- Spanien: Die Picos de Europa sind am schönsten.
Juli
- Meiden – Marokko, das spanische und portugiesische Landesinnere, es sei denn, du bist in großer Höhe.
- Spanien: Die Pyrenäen und die Picos de Europa sind die einzigen angenehmen Wandermöglichkeiten.
- Portugal: Küstenwanderungen sind frühmorgens möglich. Die Algarve ist sehr überlaufen.
- Marokko: Nur alpine Touren in großer Höhe über 3.000 m.
August
- Wie Juli. Sehr heiß im größten Teil Spaniens und Portugals. Marokko ist bis auf große Höhen unerträglich.
- Am besten für: Hochgebirgswanderungen in den Pyrenäen, den Picos de Europa und dem Hohen Atlas (über 3.000 m).
September
- Die zweite goldene Jahreszeit. Die Sommerhitze lässt nach, die Menschenmassen lichten sich, und das Licht ist außergewöhnlich.
- Marokko: Perfekte Wanderbedingungen kehren zurück. Der Toubkal-Nationalpark ist am schönsten.
- Spanien: Die Herbstwandersaison beginnt. Die Aussichtspunkte in Asturien sind spektakulär.
- Portugal: Die Surfsaison beginnt wieder. Die Wanderbedingungen sind ausgezeichnet.
Oktober
- Bester Monat für Fotografie. Flacher Sonnenstand, goldenes Licht, klarer Himmel.
- Marokko: Ideal zum Wandern und Campen. Das Ammeln-Tal im Herbst ist unvergesslich.
- Spanien: Perfekt zum Wandern in allen Regionen. Der Mirador del Fitu bietet Ausblicke auf die Picos de Europa in Herbstfarben.
- Portugal: Der Wellengang baut sich auf. Die Aussichtspunkte der Algarve sind am schönsten.
November
- Marokko: Immer noch gut zum Wandern im Süden. Die Surfsaison ist in vollem Gange.
- Spanien: Die Wandersaison endet in den Bergen. Niedrig gelegene Küstenwege sind noch gut begehbar.
- Portugal: Hauptsurfsaison. Wandern ist möglich, aber mit Regen zu rechnen.
Dezember
- Marokko: Gut zum Wandern in niedrigen Höhen und Campen im Süden. Ausgezeichneter Wellengang.
- Spanien: Wandern ist auf den Süden (Andalusien) beschränkt. Gute Aussichtspunkte in Ronda an klaren Tagen.
- Portugal: Hauptsurfsaison. Wandern ist möglich, aber die Bedingungen sind nass.
Reiseplanung
Jetzt, wo du weißt, wann du reisen solltest, erfährst du hier, wie du deine Reise planen kannst:
- Wähle deine Hauptaktivität – Wandern, Campen oder Surfen (oder eine Kombination?)
- Prüfe die Saison für diese Aktivität in dem Land, das du besuchen möchtest
- Buche Unterkünfte frühzeitig für den Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) – dies sind die geschäftigsten Jahreszeiten für Outdoor-Reisende
- Packe entsprechend – Schichten sind in allen drei Ländern unerlässlich, selbst im Sommer, besonders in der Höhe
- Besuche die Länderseiten für detaillierte Informationen zu einzelnen Wegen, Campingplätzen und Surfspots
Für eine vertiefte Beschäftigung mit bestimmten Aktivitäten lies unsere Ratgeber:
- Atlasgebirge Trekkingführer – alles, was du für eine Tour im Hohen Atlas brauchst
- Anfängerleitfaden zum Surfen in Marokko – Planung der ersten Surf-Reise
- Wanderwege Andalusien – die besten Routen in Südspanien


